Ich habe eines der besten Wochenende meine Lebens hinter mir!
Es war eine Orientation von Rotary für alle Austauschschüler, die im östlichen
Teil Russlands wohnen.
Am Freitagmorgen kam ein Anruf von Rotary, ich hätte in vierzig Minuten in ihrem Büro zu sein. Ich dachte eigentlich, ich würde zur Schule gehen, aber das war natürlich viel besser. Im Rotary Büro traf ich die Chairperson von Rotary
Russland und Vinício, einem Austauschschüler aus
Brasilien, und fuhr mit ihnen in ein Kinderferienlager in der Nähe von Partisansk, wo wir die nächsten drei Tage verbringen sollten. Wir kamen am
Morgen an, und haben alles vorbereitet. Am späten Nachmittag kamen dann die
anderen Austauschschüler mit einem Bus dazu. Zwei davon kamen direkt aus den USA und hatten seit fast 24 Stunden nicht geschlafen. Wir waren insgesamt 15 Austauschschüler aus Taiwan, Thailand,
Indonesien, Kanada, Brasilien, Kolumbien, Frankreich und den USA. Nachdem alle
ihre Taschen ausgepackt hatten, gab es eine kurze Einführung und danach Abendessen
in einem viel zu grossen Saal, denn wie gesagt, die Anlage ist für Kinderlager
von zehnfacher Grösse gemacht. Wir hatten einander extrem viel zu erzählen, und
es tat auch einfach gut, mal wieder richtig kommunizieren zu können, und nicht
bei jedem Wort überlegen zu müssen, in welchen Fall man es jetzt setzen soll.
![]() |
| Wald bei Partisansk. In Nachodka ist er noch grün. |
Am zweiten Tag kam eine Psychologin
und machte mit uns ein paar Spiele, wie Stofftiere in einer gewissen
Reihenfolge herumzuwerfen, und dabei aufzupassen, dass ja keines runterfällt. Die Spiele
führten darauf hinaus, dass wir, wenn etwas nicht so läuft wie wir es wollen,
nicht die anderen ändern sollen, sondern uns selbst, dann würden sich die anderen von alleine ändern, oder so.
Danach gab es noch ein paar Vorträge
über Rotary, die 4-D-Regeln (no drinking, no driving, no drugs, no dating
während des Austauschs) wurden nochmals repetiert, und wir redeten über
Kulturschock. Unter anderem haben wir gelernt, dass wir uns jetzt gerade in
einem Stimmungshoch befinden, es aber kontinuierlich nach unten geht, bis wir
nach drei, vier Monaten am Tiefpunkt sind. Dann geht es wieder nach oben und
ca. einen Monaten vor unserer Abreise kommt ist die beste Zeit. Die geht dann
aber auch wieder vorbei, weil es wieder nach Hause geht. Jetzt weiss ich ja,
was mich erwartet.
Am Nachmittag gingen wir nach
Partisansk an ein Konzert von einem Chor von Jugendlichen, die in Russischen
Trachten traditionelle russische Lieder sangen, und das alles nur für uns
Austauschschüler! Es hat echt gut geklungen. Hier ein Video zum Beweis:
Am Abend gab es eine Talentshow. Es
wurde Yoga vorgezeigt, gesungen, eine (indonesische?) Kampfsportart vorgezeigt,
jongliert und Samba getanzt. Ich habe
übrigens auch mit den Brasilianern Samba getanzt, nachdem es mir vorher fünf
Minuten lange vorgezeigt wurde. Dass es absolut peinlich war, schreibe ich
jetzt nicht. Danach gab es noch eine Disco, und ja, Südamerikaner tanzen
definitiv besser als Europäer. Es war echt witzig, obwohl wir so wenig Leute
waren.
| Auf der Exkursion in Partisansk. Es fehlen jedoch noch ein paar Austauschschüler. |
Am Sonntag gab es nochmals ein paar
Infos, wie welche Fragen wir mit unseren Gastfamilien klären sollten (wer
wäscht die Wäsche, dürfen wir die die Zahnpasta benutzten usw.). Nach dem
Mittagessen stiegen wir in den Bus, und fuhren nach Nachodka. Auf dem Weg
dorthin habe ich den Südamerikanern noch ein wenig Schweizerdeutsch beigebracht;
vor allem Fluchwörter (dabei sollte noch erwähnt werden, dass es war nicht
meine Idee war). Ihr solltet echt auch mal hören, wenn sich Südamerikaner gegenseitig auf Schweizerdeutsch beschimpfen;)
In Nachodka haben wir
auf einem Hügel ein Denkmal angeschaut und nochmals ein paar Fotos gemacht.
Danach wurden Vinício und ich in die Nähe unserer Wohnungen gefahren, und es
hiess Abschied nehmen. Einige werde ich im Oktober wiedersehen, einige im März,
und einen Kolumbianer wohl gar nicht mehr, denn er wohnt extrem weit weg von mir und
reist, wie alle Südamerikaner, schon wieder im Januar ab, was echt schade ist,
denn mit ihnen habe ich mich am besten verstanden. Es ist ein ziemlich komisches Gefühl,
jemandem für immer Tschüss zu sagen...
Das Wochenende war einfach nur wunderbar.
Der Kanadier gemeint, er habe mich noch fast nie NICHT lächeln gesehen. Das hat
mir bis jetzt echt noch niemand gesagt! Sonst kenne ich eher Kommentare wie: „Lächle
mal, du siehst immer so ernst aus.“ (Ich hoffe Lolo liest da:))) Ich freue mich auf
jeden Fall jetzt schon, alle wiederzusehen!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen