Sonntag, 25. September 2011
Wasserfall und russische Feste
Am Donnerstag hatte meine Klasse Gesundheitstag. Das heisst, man hat einen Tag lang keine Schule und geht auf eine Exkursion. In unserem Fall ging es zu einem Wasserfall in die Taiga. Wir fuhren mit einer Marschrutka, einem Kleinbus, über drei Stunden dorthin. Dabei sind wir nur etwa vierzig Minuten auf geteerten Strassen gefahren, der Rest war holpriger Kiesweg durch den Wald und über kleinere Flüsse, über die nur zum Teil Brücken führten. Wir konnten aber nicht ganz bis zum Wasserfall fahren, und mussten den letzten Teil noch zu Fuss zurücklegen. Der Weg war steil und es hatte überall Wurzeln; ausserdem gingen wir ziemlich schnell. Zu meiner grossen Überraschung hat nicht jemand reklamiert, und das nach einer solchen Sportstunde! Der Wasserfall war zwar nicht riesig, aber wunderschön (Fotos folgen). Als wir oben angekommen waren, nahmen als erstes gleich alle ihren Fotoapparat hervor und begannen Fotos zu schiessen. Zuerst ein zwei vom Wasserfall und dann von sich selbst oder von sich selbst mit ein paar Kollegen. Und das eine geschlagene Stunde! Somit wäre auch klar, was das Lieblingshobby der Mädchen hier ist. Nachdem alle fertig fotografiert hatten, ging es auch schon wieder nach unten. Bei der Marschrutka angekommen gab es Suppe und Salat zum Mittagessen. Als wir fertig gegessen hatten, sind wir wieder in die Marschrutka eingestiegen und den Weg nach Hause angetreten. Ein Junge hatte seine Gitarre mitgenommen, und so wurde der ganze Weg nach Hause gesungen. Es waren nur Russische Lieder dabei, und die Russischen Lieder, die ich kenne, lassen sich an einer Hand abzählen… So bin ich halt einfach daneben gesessen und habe zugehört.
Trotz der Lieder war es ein super Tag. Jetzt habe ich mit allen Leuten aus meiner Klasse mindestens einmal gesprochen, und muss sagen, es sind wirklich ausnahmslos alle nett! Was ich vor allem toll finde ist, dass sie noch immer versuchen, sich mit mir zu unterhalten, denn meistens verstehe ich schon mal gar nicht, was sie fragen, und wenn ich es dann mal verstehe, fehlen mir die Wörter um zu antworten. Ich glaube in der Schweiz wäre so jemand schon lange links liegen gelassen worden.
Am Freitagabend feierte die Grossmutter von Katja ihren 60. Geburtstag. Dafür hatte mir Katja extra mit dem Lockenstab Locken in die Haare gemacht, und von meiner Gastmutter konnte ich ein Kleid ausleihen. Denn das, was ich für ein solches Fest als genügend elegant bezeichnen würde, wird in Russland in die Schule angezogen. Es waren ca. dreissig Leute eingeladen. Das Fest war in einem Saal, in dem zwei lange Tische mit kalten Speisen drauf aufgestellt waren. Während des ganzen Abends lief Musik, und es standen immer wieder Leute auf, um ihre Gratulationen vorzulesen. Ausserdem war eine Frau engagiert, die das Programm etwas strukturierte. Sie trat unter anderem als Krankenschwester verkleidet auf, sang und machte Spiele mit den Gästen. Irgendwann im Laufe des Abends verabschiedete sie sich dann, und ab da wurde getanzt. Ich habe mich erfolgreich gegen alle Versuche gewehrt, mich auf die Tanzfläche zu schleppen, denn zu dieser Musik konnte ich einfach nicht tanzen. Zum Schluss liefen dann noch ein paar modernere Stücke, unter anderem Loca People, ein riesen Hit in Russland. Ich wurde schon mehrfach aufgefordert, zu übersetzen, was gesungen wird. Das ganze Lied besteht eigentlich aus folgenden Sätzen: All day, all night. Viva la música, viva las fiestas (wobei viva wie fifa augesprochen wird) und Johny la gente está muy loca. Für die, die es interessiert hier ist der Link dazu.
Der Abend war echt toll! Ich würde sagen, es war ein Russisches Fest mit allem drum und dran (natürlich auch Vodka und angetrunkenen Leuten:))
Schule II
Am Dienstag war eigentlich ein ganz normaler Schultag, aber meiner Meinung nach sind zwei davon erwähnenswert. Wir hatten insgesamt sechs
Lektionen, darunter Sport. Sport hier ist - ziemlich speziell. Solange es nicht
regnet oder es extrem kalt ist, hat man hier hat man immer draussen Sport. Ausserdem hat man
hat eine Art Uniform: Mädchen müssen weisse T-Shirts und schwarte Hosen tragen; Jungs weisse T-Shirts und weisse Hosen. Unsere Sportlehrerin ist etwa Mitte
fünfzig und leicht übergewichtig. Wenn sie irgendetwas sagt, dann immer in
einem Ton, den man automatisch mit Militär assoziiert. Zuerst mussten wir vier
Runden um den Fussballplatz rennen, wobei einige schon nach zwei Runden fanden,
sie können nicht mehr weiter (wir sind wirklich nur gemütlich gejoggt!). Wenn
man fertig war, musste man in einem Kreis gehen und dazu irgendwelche Übungen
mit den Armen machen. Darauf wurde Weitsprung gemacht. Die Resultate der Mädchen waren unterirdisch. Ich bin einmal gesprungen, weil ich von Katja
(nicht meine Gastschwester, ein anderes Mädchen) ausgefragt wurde, und
erreichte 3,65m. Meiner Meinung nach ein schlechtes Resultat, aber hier war ich damit von 20 Mädchen die Drittbeste! Wenigstens ist
jetzt die Lehrerin von mir begeistert.
An diesem Tag hatten wir auch noch Englisch. Es muss vielleicht noch gesagt werden, dass hier alle Englisch hassen. In meiner Klasse kann ich mich genau mit Elina, die jeden Sommer in Kanada auf eine Sprachschule geht, auf Englisch unterhalten kann. Die anderen bringen eigentlich nur einzelne Wörter hervor, und verstehen überhaupt nichts, wenn ich versuche, etwas auf Englisch zu erklären. Mich hat fast der Schlag getroffen, als mir erklärt wurde, dass alle schon seit der 1. Klasse, also neun Jahre Englisch haben.
Als die Englischlehrerin herausfand, dass ich in ihre Klasse kommen würde, war sie hellauf begeistert. Erstens natürlich, weil ich im Vergleich zu den Russen gut Englisch spreche, und dann auch noch Französisch, was sie nämlich auch spricht. Sie hat mir dann auf Französisch erklärt, dass sie es schon lange nicht mehr gesprochen hat, und mit mir gerne etwas üben würde. Die Stunde war eigentlich ganz witzig. Wir mussten einen Brief schreiben, und am Schluss, oh Wunder, musste ich meinen vorlesen.
An diesem Tag hatten wir auch noch Englisch. Es muss vielleicht noch gesagt werden, dass hier alle Englisch hassen. In meiner Klasse kann ich mich genau mit Elina, die jeden Sommer in Kanada auf eine Sprachschule geht, auf Englisch unterhalten kann. Die anderen bringen eigentlich nur einzelne Wörter hervor, und verstehen überhaupt nichts, wenn ich versuche, etwas auf Englisch zu erklären. Mich hat fast der Schlag getroffen, als mir erklärt wurde, dass alle schon seit der 1. Klasse, also neun Jahre Englisch haben.
Als die Englischlehrerin herausfand, dass ich in ihre Klasse kommen würde, war sie hellauf begeistert. Erstens natürlich, weil ich im Vergleich zu den Russen gut Englisch spreche, und dann auch noch Französisch, was sie nämlich auch spricht. Sie hat mir dann auf Französisch erklärt, dass sie es schon lange nicht mehr gesprochen hat, und mit mir gerne etwas üben würde. Die Stunde war eigentlich ganz witzig. Wir mussten einen Brief schreiben, und am Schluss, oh Wunder, musste ich meinen vorlesen.
Dienstag, 20. September 2011
Schule!
Ja, es ist schnell gegangen! Gestern Abend kam Yuri (mein Gastvater) nach Hause, und hat verkündet, dass ich ab dem folgenden Tag mit Katja zur Schule gehen werde. Ich war echt froh darüber, denn gestern war es ziemlich langweilig, den ganzen Tag alleine zu Hause zu sitzen, und sich dem Nichtstun zu widmen.
Ich stand um 6:30 auf, um um 7.40 bereit zu sein. Zugegeben es war etwas zu früh, aber Katja meinte am Abend, sie stehe immer um 6 Uhr auf, da dachte ich mir, dass sie vielleicht eine Stunde frühstücken oder so. Dem war zwar nicht so, aber das war nicht so schlimm. So konnte ich nämlich die Nachrichten schauen (ja, der Fernseher läuft schon beim Frühstück), und da war auf einmal - die Schweiz! Ich konnte es kaum glauben! Sie haben tatsächlich im Russischen Staatsfernsehen gezeigt, wie viel Schnee in der Schweiz gefallen ist! Ich hoffe also, ihr seid noch nicht erfroren:)
In der Schule hatten wir zuerst zwei Stunden Literatur. Bevor es um 8:20 losging, zeigte mir Katja das ganze Schulhaus. Nach und nach kamen dann auch unsere Klassenkameraden, und zu praktisch jedem, der dazukam, sagte Katja: "Hallo! Das ist Rosanna aus der Schweiz. Sie wird ein Jahr mit uns zur Schule gehen". Die Reaktion darauf war eigentlich immer die gleiche: Gaaanz grosse Augen, mich anlächeln, hallo sagen und dann um mich herumstehen. Irgendwann ist dann auch unsere Literaturlehrerin gekommen, und hat mir meinen Platz gezeigt - in der vordersten Reihe! Naja, immerhin ist meine Banknachbarin nett, was auch ziemlich wichtig ist, denn die Sitzordnung ist für alle Fächer gleich, auch wenn man das Zimmer wechselt. Nachdem es geklingelt hat, ertönte ein Lied aus die Lautsprecher. Jetzt mache man Morgengymnastik, erklärte mir Katja auf meinen verwirrten Blick. Dazu standen zwei Schülerinnen nach vorne und zeigten Übungen, wie Hände kreisen, oder Arme schwingen vor. Meiner Meinung nach bringt das überhaupt nichts, denn es ist weder anstrengend, noch sieht es gut aus.
In der Stunde habe ich überhaupt nichts verstanden. Wir haben zusammen einen Text über dekabristische Autoren (glaube ich zumindest) gelesen und ein paar Sachen in unser Heft geschrieben, die ich aber auch nicht verstehe. Das war aber eigentlich gar nicht so schlimm, und ich musste feststellen, dass ich die Schule nach zwei Monaten Pause irgendwie vermisst habe.
Den zwei Stunden Literatur folgten zwei Stunden Mathematik, und ich muss sagen, dieses Fach gefällt mir. Sprachkenntnisse sind dazu nämlich praktisch keine nötig, und ich kann somit dem Unterricht ziemlich problemlos folgen. Dies ist aber auch noch der Tatsache zu verdanken, dass ich den Stoff, den wir jetzt gerade durchnehmen, in der Schweiz schon hatte; ich gehe hier nämlich nochmals in die 10. Klasse.
Den zwei Mathestunden folgten dann noch zwei Stunden Geschichte, in denen ich wiederum nichts verstand, und einfach so gut wie möglich das Diktierte meiner Banknachbarin abschrieb. Eigentlich schade, dass ich in meinem Lieblingsfach absolut nichts verstehe, aber die Lehrerin macht den Unterricht auch nicht wirklich interessant. Sie sitzt einfach an ihrem Pult und diktiert uns ein paar Sachen. Ich weiss nicht einmal, was das Thema dieser zwei Stunden war, und als Katja es mir erklären wollte, habe ich es auch nicht verstanden.
Nach der Schule sind Katja und ich zu ihrer Grossmutter gegangen, die uns mit selbstgemachten Piroschki versorgt hat. Gestern hat mir übrigens Yuri Blumen mitgebracht, die sie ihm für mich mitgegeben hat. Ist das nicht süss?
Danach haben Katja, Elina (ein Mädchen aus der Schule) und ich noch einen Film geschaut. Elina hat mich schon zu sich nach Hause eingeladen, weil ihre Mutter mal wieder mit jemandem Französisch sprechen will. Hier sind sowieso immer gleich alle hellauf begeistert, wenn ich erzähle, dass ich Französisch spreche, und muss dann immer etwas vorsagen. Diese Begeisterung für diese Sprache fehlt in der Schweiz irgendwie ein bisschen:)
Ich stand um 6:30 auf, um um 7.40 bereit zu sein. Zugegeben es war etwas zu früh, aber Katja meinte am Abend, sie stehe immer um 6 Uhr auf, da dachte ich mir, dass sie vielleicht eine Stunde frühstücken oder so. Dem war zwar nicht so, aber das war nicht so schlimm. So konnte ich nämlich die Nachrichten schauen (ja, der Fernseher läuft schon beim Frühstück), und da war auf einmal - die Schweiz! Ich konnte es kaum glauben! Sie haben tatsächlich im Russischen Staatsfernsehen gezeigt, wie viel Schnee in der Schweiz gefallen ist! Ich hoffe also, ihr seid noch nicht erfroren:)
| Meine Schule. Über dem Eingang hängt ein Plakat mit der Aufschrift: " Alles Gute zum Jubiläum, liebe Schule. |
In der Stunde habe ich überhaupt nichts verstanden. Wir haben zusammen einen Text über dekabristische Autoren (glaube ich zumindest) gelesen und ein paar Sachen in unser Heft geschrieben, die ich aber auch nicht verstehe. Das war aber eigentlich gar nicht so schlimm, und ich musste feststellen, dass ich die Schule nach zwei Monaten Pause irgendwie vermisst habe.
Den zwei Stunden Literatur folgten zwei Stunden Mathematik, und ich muss sagen, dieses Fach gefällt mir. Sprachkenntnisse sind dazu nämlich praktisch keine nötig, und ich kann somit dem Unterricht ziemlich problemlos folgen. Dies ist aber auch noch der Tatsache zu verdanken, dass ich den Stoff, den wir jetzt gerade durchnehmen, in der Schweiz schon hatte; ich gehe hier nämlich nochmals in die 10. Klasse.
Den zwei Mathestunden folgten dann noch zwei Stunden Geschichte, in denen ich wiederum nichts verstand, und einfach so gut wie möglich das Diktierte meiner Banknachbarin abschrieb. Eigentlich schade, dass ich in meinem Lieblingsfach absolut nichts verstehe, aber die Lehrerin macht den Unterricht auch nicht wirklich interessant. Sie sitzt einfach an ihrem Pult und diktiert uns ein paar Sachen. Ich weiss nicht einmal, was das Thema dieser zwei Stunden war, und als Katja es mir erklären wollte, habe ich es auch nicht verstanden.
Nach der Schule sind Katja und ich zu ihrer Grossmutter gegangen, die uns mit selbstgemachten Piroschki versorgt hat. Gestern hat mir übrigens Yuri Blumen mitgebracht, die sie ihm für mich mitgegeben hat. Ist das nicht süss?
Danach haben Katja, Elina (ein Mädchen aus der Schule) und ich noch einen Film geschaut. Elina hat mich schon zu sich nach Hause eingeladen, weil ihre Mutter mal wieder mit jemandem Französisch sprechen will. Hier sind sowieso immer gleich alle hellauf begeistert, wenn ich erzähle, dass ich Französisch spreche, und muss dann immer etwas vorsagen. Diese Begeisterung für diese Sprache fehlt in der Schweiz irgendwie ein bisschen:)
Montag, 19. September 2011
Von verpassten Flügen und nicht vorhandenen Gepäckstücken
Am Freitagmorgen, dem 16. August ging mein Abenteuer mit drei Wochen Verspätung endlich los. Um 10 Uhr fuhr ich mit meiner Familie los zum Flughafen. Nachdem wir den Koffer aufgegeben und eine gute Stunde im Starbucks verbracht hatten, hiess es Abschied nehmen. Es gab zwar ein paar Tränen, aber ich hatte mich schnell wieder beruhigt, denn ein anderer Rotary-Austauschschüler, mit dem ich nach Moskau fliegen würde hatte nicht einmal feuchte Augen, da konnte ich nicht zehn Minuten flennend neben ihm herlaufen. Es verlief eigentlich alles gut, bis wir in Moskau zur Schlange für die Passkontrolle kamen. Diese war ziemlich lang, und aus irgendwelchen Gründen brauchte der Beamte bei jeder Person mindestens eine Minute, bis er endlich den Stempel machte. Schlussendlich sind wir über eine Stunde angestanden, und ich hatte noch 20 Minuten bis zum Start meines Anschlussfluges, denn wir waren schon verspätet in Moskau gelandet. Da war mir schon klar, dass ich es kaum noch schaffen werde. Ich habe aber trotzdem auf der Anzeigetafel nach meinem Flug gesucht, ihn aber nicht gefunden. Wie sich später herausstellen sollte, werden immer nur diejenigen Flüge angezeigt, die auch ab dem Terminal fliegen, auf dem die Anzeigetafel steht. Ich ging also zu einem Schalter von Aeroflot, um mir ein neues Ticket zu besorgen. Die Dame hinter dem Tresen konnte sogar etwas Englisch, was die ganze Sache erheblich erleichterte. Nach 10 Minuten hatte ich dann auch mein neues Ticket für ein Flugzeug, das um 23 Uhr anstatt um 20.25 flog. Ich war einfach nur heilfroh, nicht im Flughafen campieren zu müssen.
Der Flug nach Vladivostok dauerte 8:30 und ich hatte einen wunderbaren russischen Sitznachbarn, der zwar kein Englisch verstand, sich aber Zeit nahm, zu warten bis ich endlich einen russischen Satz zusammengebröselt hatte, und, wenn ich nicht verstand, was er sagte (was meistens der Fall war) es mir ganz langsam erklärte. Nach dem Nachtessen wurden im Flugzeug bald einmal die Lichter ausgemacht, damit man schlafen kann. Aber das hat definitiv nicht geklappt. Es könnte sein, dass ich mal für ca. 10 Minuten "weg" war, aber damit hatte es sich dann auch schon. Man hat einfach viel zu wenig Platz, und die Tatsache, dass es nur 2-3 Stunden dunkel war, weil wir gen Osten flogen, half auch nicht unbedingt. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben und stattdessen ein bisschen aus dem Fenster geschaut und gelesen.
Um ca. 15 Uhr Ortszeit, sind wir in Vladivostok gelandet. Vom Flugzeug aus wurde man mit einem Bus zum Flughaufengebäude gefahren, wo aber nicht zuerst noch eine Passkontrolle oder etwas in der Art war, wie ich erwartet hatte; es wartete schon meine Gastschwester Katja (die wegen fehlenden Visums noch nicht in Deutschland ist) und meine Gastmutter dort. Sie hat mich umarmt und gleich zur Gepäckentgegennahme geschleppt. Dort haben wir aber vergeblich gewartet. Mein Koffer sei wohl noch in Moskau, hat uns eine Angestellte dort erklärt, er komme aber am nächsten Tag.
Inzwischen war auch mein Gastvater Yuri mit dem Auto am Flughafen, und wir fuhren los, ohne Koffer. Als wir nach drei Stunden Autofahrt endlich angekommen waren, war mir speiübel. An den russischen Fahrstil muss ich mich wohl erst noch gewöhnen:)
Die Wohnung meiner Familie ist wirklich schön, obwohl es von aussen nicht so vielversprechend aussieht. Ich habe hier übrigens mein eigenes Zimmer. Um das möglich zu machen ist Katja zu ihrer Mutter ins Zimmer gezogen und Yuri zu Mischa, meinem Gastbruder. Ich habe schon fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen...
Zum Abendessen gab es übrigens irgendwelche Tintenfischküchlein mit Reis und drei verschiedene Sorten Salat, darunter einer mit Pilzen und einer mit Tintenfisch:)
Der Sonntag war weniger spektakulär. Meine Gasteltern sind nach dem Frühstück nach Vladivostok gefahren, um meinen Koffer abzuholen. Währenddessen sind Katja und ich in den Supermarkt gegangen, haben Chips und Popcorn gekauft und uns anschliessend zwei Filme angesehen: den dritten Teil von Narnia (ich weiss den Titel weder auf Russisch noch auf Deutsch) und Black Swan. Ich würde sagen den groben Zusammenhang habe ich verstanden, viel mehr aber auch nicht. Irgendwann kamen dann meine Gasteltern mit meinem Koffer wieder nach Hause. Ich war heilfroh, dass es der richtige war, und unendlich dankbar, dass sie den ganzen weiten Weg bis nach Vladivostok nochmals gefahren sind.
Nachdem ich ausgepackt hatte, ging ich in die Küche, um zu fragen ob ich sie fotografieren könne. Daraufhin hat mir Viktoria (meine Gastmutter) gleich eine Stadtrundfahrt angeboten, was ich natürlich gerne annahm.
Meine Gastfamilie spricht übrigens praktisch kein Englisch, nur meine Gastschwester ein bisschen; es hält sich jedoch in Grenzen. Das macht die ganze Kommunikation natürlich etwas komplizierter, aber mit Händen und Füssen und Dictionnaire haben wir es bis jetzt immer geschafft. Vortschritte konnte ich bis jetzt noch nicht wirklich verzeichnen, vielleicht verstehe ich Sätze, in denen mir 3/4 der Wörter unbekannt sind etwas besser. Wie ich das jemals alles verstehen oder sogar selbst sagen soll, ist mir noch etwas schleierhaft.
Zur Schule gehe ich übrigens noch nicht. Es ist noch nicht einmal klar in welche ich gehen werde:)
Der Flug nach Vladivostok dauerte 8:30 und ich hatte einen wunderbaren russischen Sitznachbarn, der zwar kein Englisch verstand, sich aber Zeit nahm, zu warten bis ich endlich einen russischen Satz zusammengebröselt hatte, und, wenn ich nicht verstand, was er sagte (was meistens der Fall war) es mir ganz langsam erklärte. Nach dem Nachtessen wurden im Flugzeug bald einmal die Lichter ausgemacht, damit man schlafen kann. Aber das hat definitiv nicht geklappt. Es könnte sein, dass ich mal für ca. 10 Minuten "weg" war, aber damit hatte es sich dann auch schon. Man hat einfach viel zu wenig Platz, und die Tatsache, dass es nur 2-3 Stunden dunkel war, weil wir gen Osten flogen, half auch nicht unbedingt. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben und stattdessen ein bisschen aus dem Fenster geschaut und gelesen.
Um ca. 15 Uhr Ortszeit, sind wir in Vladivostok gelandet. Vom Flugzeug aus wurde man mit einem Bus zum Flughaufengebäude gefahren, wo aber nicht zuerst noch eine Passkontrolle oder etwas in der Art war, wie ich erwartet hatte; es wartete schon meine Gastschwester Katja (die wegen fehlenden Visums noch nicht in Deutschland ist) und meine Gastmutter dort. Sie hat mich umarmt und gleich zur Gepäckentgegennahme geschleppt. Dort haben wir aber vergeblich gewartet. Mein Koffer sei wohl noch in Moskau, hat uns eine Angestellte dort erklärt, er komme aber am nächsten Tag.
Inzwischen war auch mein Gastvater Yuri mit dem Auto am Flughafen, und wir fuhren los, ohne Koffer. Als wir nach drei Stunden Autofahrt endlich angekommen waren, war mir speiübel. An den russischen Fahrstil muss ich mich wohl erst noch gewöhnen:)
Die Wohnung meiner Familie ist wirklich schön, obwohl es von aussen nicht so vielversprechend aussieht. Ich habe hier übrigens mein eigenes Zimmer. Um das möglich zu machen ist Katja zu ihrer Mutter ins Zimmer gezogen und Yuri zu Mischa, meinem Gastbruder. Ich habe schon fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen...
| Unser Wohnblock. Unsere Wohnung ist die zweitunterste |
| Mein Zimmer mit Kater Gucci |
Der Sonntag war weniger spektakulär. Meine Gasteltern sind nach dem Frühstück nach Vladivostok gefahren, um meinen Koffer abzuholen. Währenddessen sind Katja und ich in den Supermarkt gegangen, haben Chips und Popcorn gekauft und uns anschliessend zwei Filme angesehen: den dritten Teil von Narnia (ich weiss den Titel weder auf Russisch noch auf Deutsch) und Black Swan. Ich würde sagen den groben Zusammenhang habe ich verstanden, viel mehr aber auch nicht. Irgendwann kamen dann meine Gasteltern mit meinem Koffer wieder nach Hause. Ich war heilfroh, dass es der richtige war, und unendlich dankbar, dass sie den ganzen weiten Weg bis nach Vladivostok nochmals gefahren sind.
Nachdem ich ausgepackt hatte, ging ich in die Küche, um zu fragen ob ich sie fotografieren könne. Daraufhin hat mir Viktoria (meine Gastmutter) gleich eine Stadtrundfahrt angeboten, was ich natürlich gerne annahm.
| Es wird Wert darauf gelegt, dass ich das sage: Das ist russischer Gammellook. |
| Katja mit Gucci und "Garri Potter" im Wohnzimmer |
| Nachodka von einem Hügel |
| Katja und ich |
| Eine sich noch im Bau befindliche Kirche |
Meine Gastfamilie spricht übrigens praktisch kein Englisch, nur meine Gastschwester ein bisschen; es hält sich jedoch in Grenzen. Das macht die ganze Kommunikation natürlich etwas komplizierter, aber mit Händen und Füssen und Dictionnaire haben wir es bis jetzt immer geschafft. Vortschritte konnte ich bis jetzt noch nicht wirklich verzeichnen, vielleicht verstehe ich Sätze, in denen mir 3/4 der Wörter unbekannt sind etwas besser. Wie ich das jemals alles verstehen oder sogar selbst sagen soll, ist mir noch etwas schleierhaft.
Zur Schule gehe ich übrigens noch nicht. Es ist noch nicht einmal klar in welche ich gehen werde:)
Dienstag, 13. September 2011
Visum!
Ja, es ist endlich hier: mein Visum! Ich konnte es heute zusammen mit meinem Flugticket in Zürich im Büro von kuoni abholen gehen. Das heisst ich werde am Freitag nach Russland fliegen! Wenn alles nach Plan verläuft, sollte ich um 13.40 nach Moskau abheben, dort in ein Flugzeug nach Vladivostok umsteigen un dort um 11.45 Ortszeit ankommen. Wie ich danach nach Nachodka komme, ist mir aber ehrlich gesagt noch schleierhaft. Ich habe heute aber sage und schreibe drei Mails auf Russisch geschrieben (ja, ich bin stolz auf mich:)), und in allen Mails gefragt, wie ich dorthin komme.
Nervös bin ich komischerweise überhaupt noch nicht, aber das kommt bestimmt noch. Der nächsten Post wird dann verfasst, wenn ich in Russland bin.
Nervös bin ich komischerweise überhaupt noch nicht, aber das kommt bestimmt noch. Der nächsten Post wird dann verfasst, wenn ich in Russland bin.
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