Dienstag, 20. September 2011

Schule!

Ja, es ist schnell gegangen! Gestern Abend kam Yuri (mein Gastvater) nach Hause, und hat verkündet, dass ich ab dem folgenden Tag mit Katja zur Schule gehen werde. Ich war echt froh darüber, denn gestern war es ziemlich langweilig, den ganzen Tag alleine zu Hause zu sitzen, und sich dem Nichtstun zu widmen.
Ich stand um 6:30 auf, um um 7.40 bereit zu sein. Zugegeben es war etwas zu früh, aber Katja meinte am Abend, sie stehe immer um 6 Uhr auf, da dachte ich mir, dass sie vielleicht eine Stunde frühstücken oder so. Dem war zwar nicht so, aber das war nicht so schlimm. So konnte ich nämlich die Nachrichten schauen (ja, der Fernseher läuft schon beim Frühstück), und da war auf einmal - die Schweiz! Ich konnte es kaum glauben! Sie haben tatsächlich im Russischen Staatsfernsehen gezeigt, wie viel Schnee in der Schweiz gefallen ist! Ich hoffe also, ihr seid noch nicht erfroren:)
Meine Schule. Über dem Eingang hängt ein Plakat mit der Aufschrift: " Alles Gute zum Jubiläum, liebe Schule.
In der Schule hatten wir zuerst zwei Stunden Literatur. Bevor es um 8:20 losging, zeigte mir Katja das ganze Schulhaus. Nach und nach kamen dann auch unsere Klassenkameraden, und zu praktisch jedem, der dazukam, sagte Katja: "Hallo! Das ist Rosanna aus der Schweiz. Sie wird ein Jahr mit uns zur Schule gehen". Die Reaktion darauf war eigentlich immer die gleiche: Gaaanz grosse Augen, mich anlächeln, hallo sagen und dann um mich herumstehen. Irgendwann ist dann auch unsere Literaturlehrerin gekommen, und hat mir meinen Platz gezeigt - in der vordersten Reihe! Naja, immerhin ist meine Banknachbarin nett, was auch ziemlich wichtig ist, denn die Sitzordnung ist für alle Fächer gleich, auch wenn man das Zimmer wechselt. Nachdem es geklingelt hat, ertönte ein Lied aus die Lautsprecher. Jetzt mache man Morgengymnastik, erklärte mir Katja auf meinen verwirrten Blick. Dazu standen zwei Schülerinnen nach vorne und zeigten Übungen, wie Hände kreisen, oder Arme schwingen vor. Meiner Meinung nach bringt das überhaupt nichts, denn es ist weder anstrengend, noch sieht es gut aus.
In der Stunde habe ich überhaupt nichts verstanden. Wir haben zusammen einen Text über dekabristische Autoren (glaube ich zumindest) gelesen und ein paar Sachen in unser Heft geschrieben, die ich aber auch nicht verstehe. Das war aber eigentlich gar nicht so schlimm, und ich musste feststellen, dass ich die Schule nach zwei Monaten Pause irgendwie vermisst habe.
Den zwei Stunden Literatur folgten zwei Stunden Mathematik, und ich muss sagen, dieses Fach gefällt mir. Sprachkenntnisse sind dazu nämlich praktisch keine nötig, und ich kann somit dem Unterricht ziemlich problemlos folgen. Dies ist aber auch noch der Tatsache zu verdanken, dass ich den Stoff, den wir jetzt gerade durchnehmen, in der Schweiz schon hatte; ich gehe hier nämlich nochmals in die 10. Klasse.
Den zwei Mathestunden folgten dann noch zwei Stunden Geschichte, in denen ich wiederum nichts verstand, und einfach so gut wie möglich das Diktierte meiner Banknachbarin abschrieb. Eigentlich schade, dass ich in meinem Lieblingsfach absolut nichts verstehe, aber die Lehrerin macht den Unterricht auch nicht wirklich interessant. Sie sitzt einfach an ihrem Pult und diktiert uns ein paar Sachen. Ich weiss nicht einmal, was das Thema dieser zwei Stunden war, und als Katja es mir erklären wollte, habe ich es auch nicht verstanden.
Nach der Schule sind Katja und ich zu ihrer Grossmutter gegangen, die uns mit selbstgemachten Piroschki versorgt hat. Gestern hat mir übrigens Yuri Blumen mitgebracht, die sie ihm für mich mitgegeben hat. Ist das nicht süss?
Danach haben Katja, Elina (ein Mädchen aus der Schule) und ich noch einen Film geschaut. Elina hat mich schon zu sich nach Hause eingeladen, weil ihre Mutter mal wieder mit jemandem Französisch sprechen will. Hier sind sowieso immer gleich alle hellauf begeistert, wenn ich erzähle, dass ich Französisch spreche, und muss dann immer etwas vorsagen. Diese Begeisterung für diese Sprache fehlt in der Schweiz irgendwie ein bisschen:)




1 Kommentar:

  1. Das ist ja so cool, dass du einen Schüleraustausch in Russland machst! Keine Sorge, du wirst bald alles viel besser verstehen. Удачи!

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