Sonntag, 25. September 2011

Schule II

Am Dienstag war eigentlich ein ganz normaler Schultag, aber meiner Meinung nach sind zwei davon erwähnenswert. Wir hatten insgesamt sechs Lektionen, darunter Sport. Sport hier ist - ziemlich speziell. Solange es nicht regnet oder es extrem kalt ist, hat man hier hat man immer draussen Sport. Ausserdem hat man hat eine Art Uniform: Mädchen müssen weisse T-Shirts und schwarte Hosen tragen; Jungs weisse T-Shirts und weisse Hosen. Unsere Sportlehrerin ist etwa Mitte fünfzig und leicht übergewichtig. Wenn sie irgendetwas sagt, dann immer in einem Ton, den man automatisch mit Militär assoziiert. Zuerst mussten wir vier Runden um den Fussballplatz rennen, wobei einige schon nach zwei Runden fanden, sie können nicht mehr weiter (wir sind wirklich nur gemütlich gejoggt!). Wenn man fertig war, musste man in einem Kreis gehen und dazu irgendwelche Übungen mit den Armen machen. Darauf wurde Weitsprung gemacht. Die Resultate der Mädchen waren unterirdisch. Ich bin einmal gesprungen, weil ich von Katja (nicht meine Gastschwester, ein anderes Mädchen) ausgefragt wurde, und erreichte 3,65m. Meiner Meinung nach ein schlechtes Resultat, aber hier war ich damit von 20 Mädchen die Drittbeste! Wenigstens ist jetzt die Lehrerin von mir begeistert.

An diesem Tag hatten wir auch noch Englisch. Es muss vielleicht noch gesagt werden, dass hier alle Englisch hassen. In meiner Klasse kann ich mich genau mit Elina, die jeden Sommer in Kanada auf eine Sprachschule geht, auf Englisch unterhalten kann. Die anderen bringen eigentlich nur einzelne Wörter hervor, und verstehen überhaupt nichts, wenn ich versuche, etwas auf Englisch zu erklären. Mich hat fast der Schlag getroffen, als mir erklärt wurde, dass alle schon seit der 1. Klasse, also neun Jahre Englisch haben.
Als die Englischlehrerin herausfand, dass ich in ihre Klasse kommen würde, war sie hellauf begeistert. Erstens natürlich, weil ich im Vergleich zu den Russen gut Englisch spreche, und dann auch noch Französisch, was sie nämlich auch spricht. Sie hat mir dann auf Französisch erklärt, dass sie es schon lange nicht mehr gesprochen hat, und mit mir gerne etwas üben würde. Die Stunde war eigentlich ganz witzig. Wir mussten einen Brief schreiben, und am Schluss, oh Wunder, musste ich meinen vorlesen.

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