In den letzten drei Wochen habe ich ziemlich viel erlebt. Erst mal war vor drei Wochen eine Orientation für
alle Outbounds (russische Austauschschüler, die ins Ausland gehen) in
Vladivostok. Die Austauschschüler, die mehr oder weniger in der Nähe wohnen
(nach Russischem Massstab), kamen alle auch.
Das Programm war ziemlich langweilig, weil alles auf die Outbounds
ausgelegt war, das heisst es wurden in den drei Tagen alle Rotary Regeln durchgekaut, Heimweh besprochen… kurz, alles, was ich auf meiner Orientation in der
Schweiz oder auf der Orientation im Herbst in Russland auch schon gehört hatte. Wir haben die meiste Zeit nur mit zuhören verbracht, aber immerhin sah ich die anderen Austauschschüler. Was noch interessant war, als alle Outbounds ihre Länder erfahren haben. So wirklich offensichtlich gefreut hab sich zwar niemand bis auf zwei Mädchen, die nach Brasilien gehen, aber es haben auch die wenigsten ihre Erstwahl bekommen. Am letzten Tag hatte ich eine Präsentation
über die Schweiz und meine Zeit hier. Ich habe es doch tatsächlich fertiggebracht, 20 Minuten ohne grosses Stocken auf Russisch zu erzählen!
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| alle Teilnehmer der Orientation |
Vier Tage nach der Orientation ging’s auf die erste und einzige
Rotary Reise: Moskau! Nach einem neunstündigen Flug und einer einstündigen
Carfahrt (gelobt sei Moskaus Verkehr!),
haben wir zum ersten Mal die Austauschschüler, die in Sibirien wohnen gesehen.
Es war super, und wir blieben trotz siebenstündiger Zeitverschiebung noch bis
morgens um drei auf, um sich zu unterhalten. In Moskau selbst blieben wir drei
Tage, und habe so ziemlich alles gesehen, was man sehen muss. Mein persönlicher
Höhepunkt war, als wir auf dem Roten Platz Boris Becker mit seiner Frau
erblickten und wir sogar ein Foto mit ihm haben! Moskau finde ich persönlich gar nicht so schlimm, wie immer alle sagen; es gefällt mir eigentlich gerade so gut wie Paris oder Prag.
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| unsere Gruppe mit dem MGU im Hintergrund |
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| Boris Becker, Fritz und ich |
Nach diesen drei Tagen ging es weiter im Nachtzug nach St.
Petersburg. Dort hatten wir, wie auch in Moskau, einen Guide und einen Car, der
uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit brachte. Eigentlich schade, denn
wir gingen praktisch gar nie zu Fuss, und so „fühlt“ man die Stadt
irgendwie nicht richtig. Unser Hotel war
direkt im Zentrum, und so gingen wir abends oft noch in eine nahegelegenes
Einkaufszentrum shoppen, wo ich ziemlich viel Geld liegenlassen habe. Mir gefällt die Kleidung dort irgendwie besser als in Nachodka. Überhaupt
unterscheidet sich der Kleidungsstil extrem. Wenn in Nachodka viele Frauen
Jupes, Röcke und Absätze tragen, so laufen in Moskau, wie in Europa, praktisch
alle in Jeans rum und wagen sich aber sonst etwas mehr.
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| Brasilien, Kolumbien, Taiwan, Russland und im Vordergrund Jakutien (ebenfalls RU) (und ja, es ist wirklich Schnee) |
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| Isaakskathedrale |
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| im Peterhof |
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| vor der Christi-Auferstehungs-Kathedrale |
St. Petersburg ist wirklich eine wunderschöne Stadt, und ich
glaube, ich mag sie etwas lieber als Moskau. Die Häuser sind alle sehr niedrig, da es verboten war, höher als der Kaiserpalast zu bauen und es ist alles, bis auf den Peterhof, schön im Zentrum.
Am letzten Abend in St. Petersburg gingen wir sogar noch ins
Marinsky Theater Ballet schauen. Irgendwie ein Muss in Russland. Es war sehr schön, nur leider hatten wir die ganze
Zeit über immer so wenig geschlafen, dass mir fast die Augen zufielen, und jemand ist wirklich eingeschlafen:) Nach dem
Ballet gingen wir direkt zum Bahnhof, wo wir wiederum mit dem Nachtzug zurück
nach Moskau fuhren. Warum ist mir ehrlich gesagt schleierhaft, denn wir
verbrachten in Moskau nur einen Morgen, und dann ging’s auch schon wieder zum
Flughafen.
Der Abschied fiel uns allen extrem schwer. Es gab viele Tränen, denn
wer weiss, wann wir uns (wenn überhaupt) wiedersehen werden. Diese zehn Tage gehören definitiv zu meinen Besten in Russland, und ich werde sie bestimmt nie vergessen.
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