Ich glaube, es wird langsam Zeit, von meiner Reise nach China zu berichten..
Wir kamen am 26. Dezember
nach einer dreizehnstündigen Busfahrt in der sechs Millionen Einwohnerstadt Harbin an. An der Grenze waren wir
ziemlich lange angehalten worden, weil sich die Zöllner anscheinend nicht gewohnt
waren, dass nicht nur Russen und Chinesen die Grenze übertreten. Wir zehn
Austauschschüler haben ziemlich lange auf unsere Stempel gewartet… Dafür bekam
ich ganz viele Komplimente für meinen wunderschönen Pass:)) In Harbin lebten wir für
zwei Wochen in einem Studentenwohnheim der University of Technology. Diese hat
einen riesigen Campus mit Banken, Restaurants, Sportplätzen und, und, und… Wir hatten jeden Tag vier Stunden
Chinesischunterricht, wobei man sagen muss, dass ich nicht allzu viel gelernt
haben, denn die Hausaufgaben habe ich so gut wie nie gemacht. Dummerweise gab es am Schluss einen Test,
damit wir ein Diplom erhielten und unseren Leitern schien es extrem wichtig zu
sein, dass wir diesen bestehen. Also habe ich doch ein bisschen gelernt und jetzt habe ich ein Zertifikat, das besagt, dass ich zwei Wochen lang Chinesisch gelernt habe. Ich glaube zwar nicht, dass mir das mal was bringen wird, aber es ist immerhin ein schönes Andenken.
Eines der Highlights war wohl der Besuch der
Eisstadt. Sie ist riesig und das Eis wird von innen heraus farbig
beleuchtet. Es war nur extrem kalt, wie die ganze Zeit über in Harbin (ungefähr
minus 30) und deshalb musste ich mich für den Schluss in ein völlig
überteuertes Restaurant retten. Es hatte dort Preise wie in der Schweiz, wo man
doch sonst ein ganzes Menu für umgerechnet einen Franken bekommt! Es war aber
trotzdem super. Silvester haben wir übrigens ganz unspektakulär in einer Bar
verbracht. Danach sind wir zurück zur Uni gegangen und haben – wie fast jeden
Abend- Karten gespielt. Das ist ein Tick der Austauschschüler in Wladiwostok,
sie spielen überall wo’s möglich ist Karten, aber ich muss sagen, ich bin auch
schon etwas abhängig:))
Das einzige Feuerwerk, das ich gesehen habe war das, welches im Fernseher
gezeigt wurde, denn in China wurde das Neue Jahr ja erst Mitte Januar gefeiert.
| Schule |
| ||
| die Eisstadt mit einer Rutsche im Vordergrund |
Nach den zwei Wochen Harbin sind wir im Zug weiter nach
Peking. Dort haben wir fünf Tage lang Exkursionen gemacht; den Winterpalast,
die Chinesische Mauer, die Verbotene Stadt und so weiter gesehen. Echt eine super Stadt mit all dem historischen und modernen so nahe beieinander.
Danach ging’s
auch schon wieder im Nachtzug zurück nach Harbin (an dieser Stelle eine kurze
Anmerkung: lasst nie eure Uhr unbeaufsichtigt in einer Jeans liegen, es könnte
sein, dass sie wenn ihr das nächste Mal nachschaut weg ist…), und von dort aus
am nächsten Tag im Bus nach Wladiwostok.
In den drei Wochen China habe ich wegen des Smogs kein
einziges Mal blauen Himmel gesehen, ein bisschen eine Idee davon bekommen, wie
die chinesische Sprache funktioniert und vor allem unglaublich gut gegessen.
Mein Russisch hat sich definitiv nicht verbessert (es lebe die englische Sprache!), aber auch
nicht merklich verschlechtert. Als ich zurückkam hat mich zu Hause übrigens
schon der Weihnachtsbaum erwartet, den meine Gastfamilie extra noch etwas
länger stehen lassen hat. Und das Beste: Es hatte sogar ein Geschenk drunter!
| auf der Chinesischen Mauer |
| Platz des Himmlischen Friedens |
| vor dem Olympiastadion |
| Verbotene Stadt |
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