Montag, 7. November 2011

Halloween


Vorweg: Diesen Eintrag habe ich schon vor über einer Woche, also am letzten Samstag verfasst, hatte bisher aber keinen Internetzugang auf meinem Laptop. Bei Zeitangaben also immer eine Woche zurückrechnen:))

Gestern hatten wir eine von Rotary organisierte Halloweenfeier. Ich hatte schon seit drei Wochen erfolglos nach einem Kostüm Ausschau gehalten, und das hat sich auch bis Donnerstag, also dem Tag vor Halloween nicht geändert. Ich habe dann meiner Banknachbarin Vika von meinem Leid erzählt, und dass ich wohl einer Schneiderin anrufe, damit sie mir ein Kostüm macht. Ich wollte nämlich als Banshee (eine Art Geist) gehen, und dafür brauchte ich einfach nur ein einfaches, weisses Kleid. Vika meinte dann, dass sie mir helfen würde - wenn ich denn auch wolle - denn ihre Mutter sei selbst Schneiderin, und sie habe ihr schon oft zugeschaut. Natürlich wollte ich! Und so sind wir nach der Schule zu ihrer Mutter ins Geschäft gegangen, und habe weissen Stoff für mein Kleid gekauft. Bei Vika zu Hause haben wir dann angefangen zu schneiden und zu nähen. Also eigentlich hat ja Vika das meiste gemacht, ich habe ihr einfach geholfen. Da wir nicht fertig wurden, haben auf den nächsten Tag wieder abgemacht. Wir haben mit etwa vier Stunden gerechnet, die wir noch benötigen, um alles fertigzustellen. Mein Counsellor hat mich dann aber angerufen, dass wir schon zwei Stunden früher dort sein sollten, weil der Raum noch geschmückt werden musste. Wir hatten also nur zwei Stunden Zeit, Vika hatte am Tag zuvor nicht wie gedacht noch Zeit, daran weiter zu nähen und zu allem Übel funktionierte die Nähmaschine nicht. Also habe wir alles von Hand genäht und ich musste Vika von vielen Perfektionen abhalten. Schlussendlich haben wir es aber geschafft, und ich bin nur zehn Minuten zu spät gekommen! Das ist hier sowieso nicht so schlimm wie in der Schweiz. Fünf bis zehn Minuten nimmt einem hier (fast) niemand übel.
Die Halloweenparty an sich war super! Die Teilnehmer waren alle um die 16 Jahre alt und gehen in ihrer Freizeit in eine Englischschule. Das beste war, dass alle acht Austauschschüler aus Wladiwostok kamen. Vinício, Dasha (der Volunteer von Rotary) und ich haben das ganze moderiert (auf Englisch versteht sich). Meine Gastschwester, eine Mitschülerin von mir und Stas haben an der Bar gearbeitet, wobei es dort nur Cola und Pizza gab. Wir haben verschiedene Spiele gemacht und es gab einen Kostümwettbewerb. Ratet mal, wer gewonnen hat…? Ja, ich! Es hat sich also gelohnt, so lange daran zu arbeiten!
Unter den Austauschschülern aus Wladiwostok war auch ein Deutscher. Er war nicht auf der Orientation, weil er ohne Visum nach Russland kam und deswegen nochmals zurück musste. Aber das ist eine andere Geschichte. Deutsch zu sprechen hat sich am Anfang echt komisch angefühlt, und in den ersten zwei Minuten hatte ich ziemlich Mühe, mich auszudrücken. Man gewöhnt sich einfach sehr an Russisch und Englisch.
v.r.n.l: Dasha, Katja, Vinicio, Elina, ich und Stas

Am Tag darauf gab es nochmals eine Halloweenparty, dieses Mal einfach für die kleineren Kinder. Wir haben nicht mehr auf Englisch, sondern Russisch moderiert, was eigentlich heisst, dass ich mich nur kurz vorgestellt habe, und nachher die Kinder bei den Spielen etwas angefeuert. Den Rest hat Dasha gemacht. Es kamen auch am Samstag ein paar der Austauschschüler aus Wladiwostok, dieses Mal einfach um zu helfen. Die anderen hatten ein Programm mit den Familien, in denen sie für die vier Tage in Nachodka lebten. Es waren alle in extrem reichen Familien untergebracht, zwei sogar bei Nachfahren von Peter dem Grossen! Ihr Nachname ist Romanov, sie haben ein riesen Haus mit Banja und Swimmingpool, ihr 13-jähriger Sohn hat schon ein Auto und sie sind sogar im Besitz eines Flugzeuges! Es gibt sie also doch, die reichen Russen.
Nach der Party hat meine Counsellorin Vinício und mich zur Seite genommen und meinte: „Na, soll ich euch ein Geheimnis verraten? Ihr fahrt morgen mit den anderen für fünf Tage nach Wladiwostok.“ Ich habe mich einfach nur unglaublich gefreut; mein erstes Mal in einer grossen Stadt in Russland!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen